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	<title>Delta Orionis &#187; Bücher</title>
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		<title>Dune</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 22:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension zu &#8222;Dune&#8220; von Frank Herbert, Victor Gollancz London, 2007, 608 Seiten, Ersterscheinung: 1965 (USA) Deutsche Ausgabe: &#8222;Der W&#252;stenplanet&#8220;, u.a. Heyne Verlag, 2001, 880 Seiten Inhalt In einer fernen Zukunft: Der galaktische Imperator hat den wichtigen Planeten Arrakis als Lehen der Harkonnen-Familie entzogen und den Atreides zugeteilt. Herzog Leto von Atreides wei&#223;, dass dieser Schachzug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/12/cover_dune.jpg" alt="Cover 'Dune'" title="Cover der SF-Masterworks-Ausgabe" width="200" height="320" class="imgalignleft size-full wp-image-912" />Rezension zu &#8222;Dune&#8220; von Frank Herbert, Victor Gollancz London, 2007, 608 Seiten, Ersterscheinung: 1965 (USA)</p>
<p>Deutsche Ausgabe: &#8222;Der W&#252;stenplanet&#8220;, u.a. Heyne Verlag, 2001, 880 Seiten</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>In einer fernen Zukunft: Der galaktische Imperator hat den wichtigen Planeten Arrakis als Lehen der Harkonnen-Familie entzogen und den Atreides zugeteilt. Herzog Leto von Atreides wei&#223;, dass dieser Schachzug fast sicher eine Falle ist, und doch hat er kaum eine Wahl, als dem Wunsch des Imperators nachzukommen. Und so verl&#228;sst Haus Atreides die Wasserwelt Caladan und zieht nach Arrakis. Die lebensfeindliche W&#252;stenwelt ist f&#252;r das Imperium von gr&#246;&#223;ter Bedeutung, da nur hier das Spice abgebaut wird, welches von den Navigatoren benutzt wird, um einen Weg durch die Wirren des Hyperraums zu finden.</p>
<p>Letos Sohn Paul wird in dieser Zeit des Umbruchs mit Prophezeiungen und Visionen konfrontiert. Seine Mutter Lady Jessica ist eine Bene Gesserit, ein Orden, der eigene Ziele verfolgt. Paul durchlief als Thronfolger des Herzogs eine harte Ausbildung, doch nun stellt sich heraus, dass er &#252;ber F&#228;higkeiten verf&#252;gen k&#246;nnte, von denen auch er noch nichts ahnte. Schon bald zieht sich das Netz der Intrigen enger um das Haus Atreides, und Paul wird auf seine neue Heimat, den W&#252;stenplaneten Arrakis, angewiesen sein&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>&#8222;Dune&#8220; ist ein Klassiker der Science-Fiction, und wie die meisten Klassiker hatte ich ihn bisher nicht gelesen. Ich kenne den alten Film und die sp&#228;teren TV-Mehrteiler, konnte mich aber nie wirklich aufraffen, das Buch zu lesen. Viele B&#252;cher aus dieser &#196;ra sind ja leider nicht speziell gut gealtert, da bin ich immer etwas vorsichtig. Diesen Sommer haben wir dann aber im Rahmen der Cardiffer Reading Group entschieden, &#8222;Dune&#8220; zu lesen, und im nachhinein bin ich froh, dass ich diese spezielle L&#252;cke endlich schlie&#223;en konnte.</p>
<p>&#8222;Dune&#8220; ist ein faszinierendes Buch, das seinen Status als Klassiker zu recht inne hat. Frank Herbert erz&#228;hlt hier nicht nur eine Geschichte, sondern er erschafft eine ganze Welt. Das tut er in solcher Detailfreude und so interessant und glaubw&#252;rdig, dass &#8222;Dune&#8220; den Vergleich mit anderen Monumentalwerken wie &#8222;Lord of the Rings&#8220; nicht scheuen muss, finde ich. Ich hatte eigentlich angenommen, dass ich das Buch nicht speziell spannend finden w&#252;rde, da ich die Story vom Film her noch gut in Erinnerung habe. Interessanterweise hat gerade das mir erlaubt, mich voll auf die Details dieser Welt zu konzentrieren, und das Buch las sich kein bisschen langweilig. Ich bin nicht sicher, wie das Buch wirkt, wenn man die Verfilmungen nicht kennt. Ist die Story dann verwirrend? Oder wird es eher noch spannender?</p>
<p>Wie gesagt, f&#252;r mich ist der Mittelpunkt des Buches die faszinierende Welt in einer fernen Zukunft. Frank Herbert spart hier wirklich nicht mit Details und verschiedenen Handlungsstr&#228;ngen: Die Menschheit hat sich im Weltall ausgebreitet und unz&#228;hlige Planeten besiedelt. Die Macht liegt bei einem Imperator und einem m&#228;chtigen Konzern. Darum herum sind verschiedene gro&#223;e und weniger gro&#223;e H&#228;user gruppiert, unter ihnen die Atreides und die Harkonnens. Intrigen sind an der Tagesordnung, und ein Hauptmerkmal dieser Welt ist das mangelnde Vertrauen. Kein Charakter des Buches traut dem anderen 100%, jeder hat potentiell Hintergedanken, und  Giftdetektoren sind ein normaler Bestandteil des herz&#246;glichen Esszimmers.</p>
<p>Dazu kommen die Bene Gesserit, welche &#252;ber Jahrhunderte ein Zuchtprogramm aufgebaut haben auf der Suche nach einem bestimmten Individuum. Sehr sch&#246;n dabei die Rolle der Religion: Die heute bekannten Religionen haben sich offenbar bis in diese Zukunft relativ gut durchmischt, und die Bene Gesserit verbreiten aktiv Prophezeiungen auf unterentwickelten Welten, um ihre Arbeit zu unterst&#252;tzen. Kommt eine Bene Gesserit sp&#228;ter auf so einen Planeten, kann sie sicher sein, eine auf sie passende Prophezeiung vorzufinden. Das bietet einen sch&#246;nen Kontrast zum teilweise etwas &#220;berhand nehmenden Mystizismus des Buches.</p>
<p>Ebenfalls wichtig sind die Schilderungen der W&#252;ste und des Lebens darin. Frank Herbert hat die Geschichte wohl begonnen, w&#228;hrend er ein (nie beendetes) Fachbuch &#252;ber die W&#252;sten Amerikas schrieb. Er packt hier also viel reales Wissen hinein, und entsprechend glaubw&#252;rdig sind seine Schilderungen. Auch der Umgang mit Wasser in der Kultur der Fremen ist in vielen, vielen Details sehr sch&#246;n ausgedacht. Gleichzeitig hat er die W&#252;ste Arrakis&#8216; um die phantastischen Sandw&#252;rmer erg&#228;nzt, welche im Buch gar nicht so wichtig sind, aber die wohl fast jeder als erstes mit &#8222;Dune&#8220; verbindet.</p>
<p>Was die Charaktere betrifft, so war ich &#252;berrascht wie lebendig Leto und Jessica erscheinen, an die ich mich aus dem Film nur als Statisten erinnere. Paul dagegen blieb f&#252;r mich erstaunlich blass, was ich dem Buch noch am ehesten als Schw&#228;che ankreiden w&#252;rde. F&#252;r so einen wichtigen Charakter wird ihm einfach nicht genug Tiefe verliehen. Viele emotionale Details werden nur behauptet, seltsam distanziert, anstatt dass das Buch dies anschaulich schildert. Paul macht sehr erstaunliche Transformationen durch, und auch diese scheinen ihn selber nicht wirklich zu beeindrucken. &#8222;Dune&#8220; ist in dieser Hinsicht nicht perfekt, es hat mir aber komischerweise beim Lesen nicht wirklich etwas ausgemacht. Ich denke, das liegt daran, dass Frank Herbert hier mehr eine Mythologie erschafft, eine moderne Sage erz&#228;hlt, als den packendsten Roman des Jahrhunderts abzuliefern. Und einer Sagengestalt verzeiht man mangelnde Tiefe durchaus, wenn die Sage an sich daf&#252;r begeistert.</p>
<p>Der Schreibstil ist etwas trocken, aber sehr lesbar (ich habe das Original gelesen, wohlgemerkt, keine Ahnung wie die deutsche &#220;bersetzung so ist). Da habe ich aus den fr&#252;hen Sechzigern schon ganz andere B&#252;cher gelesen. Frank Herbert vermeidet es auch geschickt, in die beliebte Falle zu tappen, sich durch die Schilderung von technischen Details unglaubw&#252;rdig zu machen, die zehn Jahre nach Ver&#246;ffentlichung schon &#252;berholt sind. &#8222;Dune&#8220; hat kein Technobabble, es muss den Leser nicht interessieren, wie genau die &#220;berlicht-Antriebe oder die pers&#246;nlichen Schutzschilde funktionieren. Nur an wenigen Stellen werden &#8222;tapes&#8220; erw&#228;hnt, aber das kann man ja auch anders deuten, und die Verwendung von Atomwaffen wirkt etwas antiquiert (so weit sind wir heute schon, dass mir Atomwaffen antiquiert vorkommen *g*). Ansonsten werden wo n&#246;tig neue Begriffe erfunden, vieles ist ansonsten aber sehr Low-Tech.</p>
<p>Ich k&#246;nnte jetzt noch viel zu verschiedenen Details schreiben. Sehr faszinierend fand ich zum Beispiel, dass sich bei den Kleinkriegen der H&#228;user die Gr&#246;&#223;e einer Invasionsstreitmacht in erster Linie danach richtet, wie viel man f&#252;r den Transport auf den &#220;berlicht-Schiffen bezahlen kann. Details dieser Art gibt es viele, und auch etablierte Fakten bekommen sp&#228;ter im Buch immer wieder eine neue Tiefe, wenn man mehr &#252;ber die Hintergr&#252;nde erf&#228;hrt.</p>
<p>Alles in allem muss ich &#8222;Dune&#8220; auf zwei Arten bewerten. Wenn man es nur als Roman nimmt, l&#228;sst es etwas zu w&#252;nschen &#252;brig. Das liegt u.a. sicher auch daran, dass Frank Herbert urspr&#252;nglich zwei l&#228;ngere Geschichten oder Novellen geschrieben hat, die dann erst im Nachhinein zu einem Roman geb&#252;ndelt wurden. Dieser Bruch ist durchaus zu sp&#252;ren beim Lesen. Die Charakterisierung von Paul f&#228;llt mir zudem zu flach aus, und sp&#228;ter im Buch flie&#223;t die Handlung f&#252;r meinen Geschmack zu fl&#252;ssig (alles passiert wie es geplant ist, das einzige unerwartete und eigentlich wichtige Ereignis passiert ausgerechnet off-page und wird dem Leser nur knapp weitererz&#228;hlt &#8211; <em>show, don&#8217;t tell</em>). Aber gleichzeitig ist &#8222;Dune&#8220; viel mehr als nur ein Roman. Es ist eine Mythologie, eine eigene Welt, und diese fasziniert mich sehr. Zusammen mit dem guten Schreibstil des Autors erkl&#228;rt das meine doch recht hohe Bewertung. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und &#252;berlege mir ernsthaft, vielleicht auch mal die vielen B&#252;cher zu probieren, die Frank Herberts Sohn zusammen mit Kevin J. Anderson verfasst hat.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Zurecht ein Klassiker und lesenswert, selbst wenn man die Handlung aus einer der Verfilmungen schon kennt. Man sollte allerdings politische Geschichten m&#246;gen, sonst hat man daran m&#246;glicherweise nicht so viel Spa&#223;.</p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Flashforward</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 20:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension zu &#8222;Flashforward&#8220; von Robert J. Sawyer, 319 Seiten, Tor Books New York, 1999 Deutsche Ausgabe: &#8222;Flash&#8220;, Heyne Verlag, 432 Seiten Inhalt April 2009: Am Forschungszentrum CERN, in der N&#228;he von Genf, wird ein besonderes Experiment vorbereitet. Im Large Hadron Collider sollen energetische Bedingungen wie kurz nach dem Urknall hergestellt werden, um dabei das Higgs-Boson [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/cover_flashforward.jpg" alt="Cover Flashforward" title="Cover 'Flashforward'" width="200" height="327" class="imgalignleft size-full wp-image-880" />Rezension zu &#8222;Flashforward&#8220; von Robert J. Sawyer, 319 Seiten, Tor Books New York, 1999</p>
<p>Deutsche Ausgabe: &#8222;Flash&#8220;,  Heyne Verlag, 432 Seiten</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>April 2009: Am Forschungszentrum CERN, in der N&#228;he von Genf, wird ein besonderes Experiment vorbereitet. Im Large Hadron Collider sollen energetische Bedingungen wie kurz nach dem Urknall hergestellt werden, um dabei das Higgs-Boson nachweisen zu k&#246;nnen. Doch exakt in der Sekunde, als das Experiment startet, geschieht etwas Unglaubliches: Lloyd Simcoe, der Leiter des Experiments, findet sich in der Zukunft wieder. F&#252;r zwei Minuten ist er ein stiller Beobachter in seinem eigenen, gealterten K&#246;rper, unf&#228;hig seine Umwelt zu beeinflussen, ehe sein Geist unvermittelt wieder ins CERN zur&#252;ckkehrt.</p>
<p>Schnell wird klar, dass dieser Effekt die ganze Menschheit betroffen hat. Jeder erlebte f&#252;r 2 Minuten sein Leben in 21 Jahren. Jeder &#8211; bis auf die Menschen, die in der Zukunft tot sind, wie etwa Simcoes Kollege Theo. So spannend die Visionen f&#252;r viele Menschen waren, so hatten sie auch einen hohen Preis: F&#252;r zwei Minuten wurde die ganze Menschheit bewusstlos, was zu Unf&#228;llen mit unz&#228;hligen Millionen Toten f&#252;hrte. Neben der Suche nach der Ursache des &#8222;Flashforwards&#8220; stellt sich schon bald die Frage: Kann die beobachtete Zukunft ver&#228;ndert werden?</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>&#8222;Flashforward&#8220; ist ein interessantes Buch und nicht leicht zu bewerten. Die Pr&#228;misse des Buches ist fantastisch und viele der vorgestellten Ideen sind sehr interessant. Aber die tats&#228;chlich erz&#228;hlte Geschichte &#252;berzeugt mich von Aufbau und Plot her nicht. Nur schon als Anmerkung: Ich habe die auf &#8222;Flashforward&#8220; basierende TV-Serie nie gesehen, insofern gebe ich hier also wirklich nur meine Meinung zum Roman wieder.</p>
<p>Die Pr&#228;misse ist wie gesagt extrem spannend, aber schon auf den ersten paar Seiten passt der irgendwie n&#252;chtern-langweilige Erz&#228;hlstil des Autors nicht so recht zu dieser Pr&#228;misse. Das zieht sich leider durch den Roman durch, und er ist nur deswegen fl&#252;ssig lesbar, weil er eben so viele interessante Ideen enth&#228;lt. </p>
<p>F&#252;r eine ganze Weile spielt der Autor mit den verschiedenen Ideen herum, ohne sie so Recht zu einem gr&#246;&#223;eren Ganzen zusammenzuf&#252;gen. Da h&#228;tten wir Lloyd Simcoe, der eigentlich verlobt ist, sich aber in seiner Vision mit einer anderen Frau sieht. Daraus zieht er den Schluss, dass seine geplante Ehe nicht halten wird, und da er glaubt, dass die Zukunft nicht &#228;nderbar ist, ist nun die Verlobung in Gefahr. Auf der anderen Seite gibt es Theo, der offenbar in der Zukunft gerade ermordet wurde und nun Hinweise auf seinen eigenen Tod sucht. Daneben gibt es das gr&#246;&#223;ere Bild: Wer tr&#228;gt die Verantwortung f&#252;r das Geschehen mit den durchaus schrecklichen Folgen? L&#228;sst sich das Experiment wiederholen? Und l&#228;sst sich die Zukunft &#228;ndern?</p>
<p>Die letzte Frage ist lange Zeit der einzige zentrale Strang des Buches, und der Autor beschreibt insbesondere Lloyds Gedankenmodell des Minkowski-Cubes sehr sch&#246;n. Man k&#246;nnte es sich tats&#228;chlich vorstellen, dass die Zukunft feststeht und sich die Gegenwart wie die Abspielnadel eines Plattenspielers &#252;ber die Zeitachse bewegt: Nur weil wir das Ende der Platte noch nicht geh&#246;rt haben, hei&#223;t das nicht, dass es nicht von Anfang an feststehen w&#252;rde. Das ist durchaus faszinierend. Weniger &#252;berzeugt mich dann aber, wie das Ganze in eine Geschichte gegossen wird. Es kommt einfach nicht speziell glaubw&#252;rdig r&#252;ber, wie die Charaktere reagieren und auch wie die Welt reagiert. Letzteres n&#228;mlich gar nicht, &#252;ber lange Strecken. Es dauert ewig, ehe jemand einen tats&#228;chlichen praktischen Versuch unternimmt, die These der Unver&#228;nderbarkeit der Zukunft zu widerlegen.</p>
<p>Was die Charaktere betrifft, so bin ich mit ihnen leider auch nur bedingt warm geworden. Insbesondere Lloyd erscheint mir sehr merkw&#252;rdig in seinem Beharren auf der Unver&#228;nderbarkeit der Zukunft. Die Tatsache, dass er vielleicht mehrere Millionen Tote auf dem Gewissen haben k&#246;nnte, scheint f&#252;r ihn da nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Jede emotionale Reaktion von ihm und den anderen Charakteren werden dem Leser nicht gezeigt, sie werden vom Autor lediglich behauptet. &#8222;Show, don&#8217;t tell&#8220; lautet dagegen eigentlich eine Grundregel des Schreibens.</p>
<p>Mit der gr&#246;&#223;eren politischen Geschichte macht es sich der Autor dagegen zu einfach, denke ich. Man stelle sich vor, es g&#228;be eine technische Ger&#228;tschaft, mit der sich das Bewusstsein der ganzen Menschheit ausknipsen lie&#223;e. Sollte das nicht politische Begehrlichkeiten wecken? W&#252;rden manche Staaten da wirklich vor einer Invasion zur&#252;ckschrecken, um diese Ger&#228;tschaft in die H&#228;nde zu bekommen oder zumindest deren Baupl&#228;ne? W&#252;rden alternativ nicht andere wiederum alles daran setzen, dass dieses Experiment nicht wiederholt wird? Sp&#228;ter im Buch gewinnt die Geschichte eine gewisse politische Dimension, aber f&#252;r meinen Geschmack werden solche Fragen viel zu einfach &#252;bergangen.</p>
<p>Gegen Ende des Buches wird die Geschichte gleichzeitig besser und unglaubw&#252;rdiger. Mit der eigentlichen Aufl&#246;sung konnte ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen, dagegen wurde Theos Geschichte recht gut an den Rest des Buches angebunden. Alles in allem finde ich es einfach Schade, dass dieses Buch nicht besser ist. Ich kenne die sonstigen B&#252;cher von Robert J. Sawyer nicht, aber &#8222;Flashforward&#8220; l&#228;sst mich vermuten, dass er einfach kein guter Autor ist. Es f&#228;llt nicht schwer, sich vorzustellen, was f&#252;r ein packendes Buch jemand wie Michael Crichton oder Andreas Eschbach aus dieser Idee gemacht h&#228;tte. Am Ende finde ich das fast schlimmer als wenn das Buch einfach nur schlecht gewesen w&#228;re: Aus dieser phantastischen Idee so wenig herauszuholen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Eine sehr spannende Idee, leider nicht wirklich &#252;berzeugend erz&#228;hlt was Plot, Charaktere und Schreibweise  betrifft. Das Buch ist lesbar und zeitweise nicht unspannend, aber es bleibt weit hinter seinem Potential zur&#252;ck.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://sfwriter.com/" class="liexternal">Webseite des Autors</a></p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>And Another Thing&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 15:50:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension zu &#8222;And Another Thing&#8230;&#8220; von Eoin Colfer, 340 Seiten, Michael Joseph / Penguin Books London, 2009 Deutsche Ausgabe: &#8222;Und &#252;brigens noch was&#8230;&#8220;, Heyne Verlag, 413 Seiten Inhalt Als wir Arthur Dent und seine Freunde zuletzt sahen, befanden sie sich in einem Londoner Club, w&#228;hrend die Erde sich anschickte, von einem Grebulon-Schiff vernichtet zu werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/12/cover_and-another-thing.jpg" alt="Cover des Penguin-Hardcover" title="Cover 'And Another Thing'" width="200" height="308" class="imgalignleft size-full wp-image-879" />Rezension zu &#8222;And Another Thing&#8230;&#8220; von Eoin Colfer, 340 Seiten, Michael Joseph / Penguin Books London, 2009</p>
<p>Deutsche Ausgabe: &#8222;Und &#252;brigens noch was&#8230;&#8220;, Heyne Verlag, 413 Seiten</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Als wir Arthur Dent und seine Freunde zuletzt sahen, befanden sie sich in einem Londoner Club, w&#228;hrend die Erde sich anschickte, von einem Grebulon-Schiff vernichtet zu werden. Das ganze Geschehen war Teil des Plans der Vogonen, die Erde endg&#252;ltig zu vernichten, <em>jede</em> Erde, incl. aller Bewohner, wie es ihr urspr&#252;nglicher Auftrag vorsah. Vogonen haben einen Faible f&#252;r Regularien und Papierkram, und dass die vernichtete Erde einfach aus einem Paralleluniversum wieder auftauchte, war in ihren Augen nicht ok und gef&#228;hrdete zudem den Verkehr auf der Hyperraum-Umgehungsstrecke.</p>
<p>Arthur, Ford, Trillian, Tricia und Random sind also auf der Erde, Sekunden vor dem endg&#252;ltigen Tod durch grebulonische Vernichtungsstrahlen, und Rettung erscheint &#228;u&#223;erst unwahrscheinlich. So entsetzlich unwahrscheinlich, dass absolut naheliegenderweise die <em>Heart of Gold</em> erscheint, mit der der ehemalige galaktische Pr&#228;sident Zaphod Beeblebrox immer noch das Universum unsicher macht. Nun m&#252;ssen sie nur noch dem enger werdenden Netz der Vernichtungsstrahlen entkommen, wozu sich ihnen ein unwahrscheinlicher (muss am Antrieb der <em>Heart of Gold</em> liegen) Verb&#252;ndeter pr&#228;sentiert&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>Dass Eoin Colfer eine Fortsetzung der legend&#228;ren Hitchhiker-Romane schreiben w&#252;rde, habe ich vor etwa zwei Jahren im <a href="http://johannes-ruthenberg.de/part-six-of-three" >BBC-Morgenmagazin</a> geh&#246;rt. Ich war damals vorsichtig optimistisch, denn schlie&#223;lich ist Colfer ein guter und auch witziger Autor, warum also nicht? Nach dem Erscheinen des Buches habe ich dann jedoch so viele negative Berichte gelesen, dass ich eigentlich nicht vor hatte, es selber zu lesen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich es doch getan habe, denn &#8222;And Another Thing&#8230;&#8220; ist erfreulich unterhaltsam.</p>
<p>Man darf sich nat&#252;rlich nicht der Illusion hingeben, hier einen neuen Roman von Douglas Adams in den H&#228;nden zu haben. Colfer ist nicht Adams, auch wenn er sich redliche M&#252;he gibt, den Stil der Anhalter-Romane zu kopieren. Bei &#8222;And Another Thing&#8230;&#8220; hat mich das aber z.B. nicht halb so sehr gest&#246;rt, wie etwa bei dem wenig witzigen <a href="http://johannes-ruthenberg.de/douglas-adams-raumschiff-titanic" >Raumschiff Titanic</a>. Colfer bem&#252;ht sich wie gesagt, den Schreibstil von Adams zu kopieren. Hier und da wirkt das &#252;bertrieben und formelhaft, etwa wenn er ohne Ende sinnlose Referenzen auf sinnfrei benannte Aliens etc. einwirft oder aus dem Anhalter zitiert. Gr&#246;&#223;tenteils gelingt das aber erstaunlich gut, so dass man keinen nennenswerten Stilbruch feststellen kann, finde ich. Das ist f&#252;r sich ja schon eine Leistung.</p>
<p>Braucht die Welt also einen sechsten Anhalter-Roman? Nicht zwangsl&#228;ufig, aber schaden tut es auch nicht. Ich fand es sch&#246;n, mal wieder etwas von Arthur Dent, Ford Prefect und den anderen Charakteren zu lesen. Inwiefern Colfer die Charaktere genau getroffen hat, ist schwer zu sagen. Zum einen haben ich die Original ewig nicht gelesen, zum anderen hat ja auch Adams nicht direkt eine geradlinige Geschichte mit einem nachvollziehbaren Plot und gro&#223;em Augenmerk auf Charakterisierung gelegt. Insofern schl&#228;gt sich Colfer nicht schlecht, denke ich. Einige Charaktere kriegen eine etwas neue Richtung. So hat etwa Zaphod seinen zweiten Kopf entfernt, und es stellt sich raus, dass der linke Kopf der Clevere von beiden war, w&#228;hrend der jetzt eink&#246;pfige Zaphod eher einf&#228;ltig ist. Keine Ahnung, wie gut das zum alten Zaphod passt, aber es ist reicht f&#252;r einige wirklich gute Gags. <img src='http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die Geschichte, die Colfer erz&#228;hlt, ist dann sogar halbwegs nachvollziehbar. Zu viel verraten will ich nicht, aber es treten eine Menge alte Bekannte auf (wenn auch nicht alle, aber das w&#228;re vielleicht auch Overkill gewesen). Der Plot h&#228;ngt sich nach der Rettung der Erde daran auf, dass ihr Retter Zaphod als &#8222;fat arsed&#8220; beschimpft, was dieser &#252;bel nimmt und mit einer Todesdrohung erwidert. Ihr Retter nimmt ihn hocherfreut beim Wort, und nun muss Zaphod einen Weg finden, seine leichtfertig ausgesprochene Drohung wahr zu machen. Nebenbei f&#228;llt auch noch erstaunlich viel Handlung f&#252;r Tricia ab (an die ich mich aus den alten B&#252;chern kaum erinnern kann) sowie f&#252;r Tricias und Arthurs Tochter Random (an sie konnte ich mich gar nicht mehr erinnern!).</p>
<p>Auf dem Cover wird das Buch &#252;brigens als &#8222;Douglas Adams&#8217;s Hitchhiker&#8217;s Guide to the Galaxy &#8211; Part Six of Three&#8220; bezeichnet und Eoin Colfer erkl&#228;rt im Vorwort sehr sch&#246;n die Beziehung dieses neuen Buches zu Adams&#8216; Romanen. Der Titel bezieht sich auf ein Zitat von Adams (aus den Anhalter-Romanen?): </p>
<blockquote lang="en"><p>The storm had now definitely abated, and what thunder there was now grumbled over more distant hills, like a man saying &#8218;And another thing&#8230;&#8216; twenty minutes after admitting he&#8217;s lost the argument.</p></blockquote>
<h3>Fazit</h3>
<p>Eine gelungene Fortsetzung der Anhalter-Romane von Douglas Adams. Keine Kopie des Originals, aber eine unterhaltsame Weitererz&#228;hlung, die nahtlos anschlie&#223;t. Lesenswert.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://www.eoincolfer.com/" class="liexternal">Webseite des Autors</a></p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Effendi</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/effendi</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 12:07:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension zu &#8222;Effendi &#8211; The Second Arabesk&#8220; von Jon Courtenay Grimwood, ca. 376 Seiten, 2002, Earthlight (Simon &#038; Schuster) UK Inhalt Ashraf al-Mansur ist erst seit wenigen Wochen Polizeichef von El Iskandryia, ein Job, zu dem er als Fl&#252;chtling aus einem US-Gef&#228;ngnis eher unverhofft kam. W&#228;hrend er sich mit seinem neuen Leben in Nordafrika arrangiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/cover_effendi.jpg" alt="Cover 'Effendi'" title="Cover des Earthlight-Hardcovers" width="200" height="295" class="imgalignleft size-full wp-image-854" />Rezension zu &#8222;Effendi &#8211; The Second Arabesk&#8220; von Jon Courtenay Grimwood, ca. 376 Seiten, 2002, Earthlight (Simon &#038; Schuster) UK</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Ashraf al-Mansur ist erst seit wenigen Wochen Polizeichef von El Iskandryia, ein Job, zu dem er als Fl&#252;chtling aus einem US-Gef&#228;ngnis eher unverhofft kam. W&#228;hrend er sich mit seinem neuen Leben in Nordafrika arrangiert, muss er sich um seine neunj&#228;hrige Cousine Hani k&#252;mmern und hat Probleme mit dem <em>Fox</em>, einem eigensinnigen Computerprogramm in seinem Kopf. Doch schon bald bekommt Ashraf Bey mehr zu tun als ihm lieb ist: eine Mordserie ersch&#252;ttert die &#246;ffentliche Ordnung, m&#228;chtige Staaten versuchen Einfluss auf die Politik des Stadtstaates zu nehmen und schlie&#223;lich wird sein Beinahe-Schwiegervater Hamzah Quitrimala eines schweren Verbrechens bezichtigt&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>Vor einiger Zeit habe ich <a href="http://johannes-ruthenberg.de/pashazade" >Band 1</a> dieser Reihe gelesen und mochte das Buch trotz einiger Schw&#228;chen ganz gerne. Nun hatte ich endlich mal Zeit, die Fortsetzung zu lesen. Die Bewertung f&#228;llt nicht ganz leicht, ehrlich gesagt. Das Buch punktet wie Band 1 mit einem farbenfrohen und realistisch geschilderten Setting im Alexandria einer Parallelwelt. Mehr noch als Band 1 leidet dieses Buch jedoch unter dem etwas verworrenen Schreibstil des Autors, finde ich.</p>
<p>Der Autor schlie&#223;t die Geschichte relativ nahtlos an das erste Buch an, und so fehlt insbesondere etwas die Vorstellung der Charaktere. Ich denke nicht, dass man viel Spa&#223; daran haben w&#252;rde, wenn man &#8222;Pashazade&#8220; nicht gelesen hat. Andersherum ist es eine sch&#246;ne Fortsetzung der ersten Geschichte, und man will nat&#252;rlich wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht. Grimwood schreibt auch durchaus spannend und interessant. Sein Problem sind die vielen Zeitspr&#252;nge. Mir machen Flashbacks prinzipiell nichts aus, aber hier wird die Handlung auf eine Weise in der falschen Reihenfolge erz&#228;hlt, dass es doch etwas st&#246;rt. Das Buch beginnt Ende Oktober, springt dann in den Juli zur&#252;ck, dann in die fernere Vergangenheit, dann an den Anfang des Oktobers, dann wieder Juli&#8230; Es dr&#228;ngt sich etwas der Eindruck auf, dieses Gimmick soll die eigentliche Handlung spannender aussehen lassen als sie ist.</p>
<p>Und das ist dabei eigentlich nicht n&#246;tig, auch wenn das Ende mal wieder etwas abrupt und unspektakul&#228;r daher kommt. Die Geschichte selbst ist jedoch sch&#246;n ausgedacht und schm&#252;ckt die im ersten Buch vorgestellte Parallelwelt um viele spannende Facetten aus. Politik spielt hier in einem etwas globaleren Rahmen eine Rolle, und so trifft Ashraf im Laufe des Buches nicht nur auf Botschafter des deutschen Reiches, Frankreichs und der USA sondern auch auf den Khedive, den Herrscher El Iskandryias, und General Koenig Pasha, den eigentlichen Herrscher El Iskandyias. Das ganze wird mit einer Geschichte aus der Vergangenheit Nordafrikas verkn&#252;pft, die zwar fiktiv ist aber leider auch sehr auf unserer Realit&#228;t beruht.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>&#8222;Effendi&#8220; ist spannend geschrieben, und wer &#8222;Pashazade&#8220; mochte, wird sicher auch &#8222;Effendi&#8220; gerne lesen. Das Buch h&#228;tte jedoch wirklich etwas weniger wirr aufgebaut sein k&#246;nnen. Die Handlung ist spannend und das Setting im fiktiven Alexandria interessant, davon muss man nicht mit wirren Zeitspr&#252;ngen ablenken.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://www.j-cg.co.uk/" class="liexternal">Webseite des Autors</a><br />
<a href="http://johannes-ruthenberg.de/pashazade" >Rezension &#8222;Pashazade &#8211; The First Arabesk&#8220;</a></p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Margo Lanagan: Black Juice</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/margo-lanagan-black-juice</link>
		<comments>http://johannes-ruthenberg.de/margo-lanagan-black-juice#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 May 2010 19:59:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/05/cover_black_juice-82x128.jpg" alt="Cover 'Black Juice'" title="Cover 'Black Juice'" width="82" height="128" class="imgalignleft" />Rezension zu "Black Juice" von Margo Lanagan, 230 Seiten, Gollancz London, 2007 (Ersterscheinung 2004, Australien)

Eine richtige Inhaltsangabe gelingt mir hier nicht. Die Autorin entf&#252;hrt den Leser in elf Kurzgeschichten, die allesamt sehr unterschiedlich sind und sich am ehesten noch dem Genre der Fantasy zuordnen lassen. Mit 230 Seiten ist das Buch nicht dick, und manche der Geschichten sind nur 10 bis 12 Seiten lang. Da sie inhaltlich nicht zusammenh&#228;ngen, kann man die Storys sch&#246;n f&#252;r sich lesen. Es ist also als Lekt&#252;re f&#252;r Gelegenheitsleser geeignet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/05/cover_black_juice.jpg" alt="Cover 'Black Juice'" title="Cover 'Black Juice'" width="200" height="312" class="imgalignleft size-full wp-image-745" />Rezension zu &#8222;Black Juice&#8220; von Margo Lanagan, 230 Seiten, Gollancz London, 2007 (Ersterscheinung 2004, Australien)</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>Eine richtige Inhaltsangabe gelingt mir hier nicht. Die Autorin entf&#252;hrt den Leser in elf Kurzgeschichten, die allesamt sehr unterschiedlich sind und sich am ehesten noch dem Genre der Fantasy zuordnen lassen. Mit 230 Seiten ist das Buch nicht dick, und manche der Geschichten sind nur 10 bis 12 Seiten lang. Da sie inhaltlich nicht zusammenh&#228;ngen, kann man die Storys sch&#246;n f&#252;r sich lesen. Es ist also als Lekt&#252;re f&#252;r Gelegenheitsleser geeignet.</p>
<p>Die Geschichten m&#246;gen phantastisch sein, aber nicht die &#8222;Zwergen und Elfen&#8220;-Art von Fantasy. Die Charaktere sind fast immer Menschen in auf den ersten Blick normalen menschlichen Gesellschaften, die dann aber doch eine phantastische Komponente haben. Die erste Geschichte &#8222;Singing My Sister Down&#8220; spielt etwa in einer Welt, in der Verbrechen damit bestraft werden, dass der T&#228;ter in einem Teersee versenkt wird. Andere Geschichten spielen in Welten, die v&#246;llig von Clowns oder Hochzeitsriten beherrscht werden, in der es Engel gibt oder Monster, Riten und Sekten und &#252;bernat&#252;rliche F&#228;higkeiten.</p>
<p>Inhaltlich haben mich nicht alle Geschichten direkt begeistert. Einige sind genial und fesseln, w&#228;hrend ich bei anderen etwas Schwierigkeiten hatte mich in die geschilderte Welt einzufinden. Was aber f&#252;r jede einzelne der 230 Seiten gilt: Margo Lanagan ist eine wirklich gute Autorin, deren Umgang mit Sprache bewundernswert ist. Jede der Geschichten ist f&#252;r sich ein Bilderbuch-Beispiel wie eine Kurzgeschichte aufgebaut sein sollte, wie sie funktioniert, wie man eine ganze Welt und eine komplexe Geschichte auf wenigen Seiten unterbringt. Faszinierend ist auch, wie sie allen Charakteren individuelle Stimmen verleiht. Einige sprechen mit Akzent oder Slang, was sich in kreativer Rechtschreibung &#228;u&#223;ert, w&#228;hrend eine andere Geschichte aus der Perspektive einer Herde von Tieren geschildert ist.</p>
<p>&#8222;Singing My Sister Down&#8220; ist auf jeden Fall ein Highlight des Buches. &#8222;Red Nose Day&#8220; ragt ebenfalls heraus, gerade weil ein so absurdes Szenario so glaubhaft und realistisch r&#252;bergebracht wird. &#8222;Sweet Pippit&#8220;, die Story aus der Sicht einer Elefantenherde, ist ebenfalls lesenswert und unterhaltsam. &#8222;Perpetual Light&#8220; ist ein spannender Blick in eine d&#252;stere Zukunft. Hier steht weniger die Story im Vordergrund als vielmehr die eingefangene Momentaufnahme einer d&#252;steren Welt. &#8222;Yowlinin&#8220; ist spannend geschrieben mit sch&#246;nen Charakteren. Die restlichen Geschichten sind nicht schlecht, verblassen aber etwas gegen die Highlights des Buches.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Eine lesenswerte Kurzgeschichten-Sammlung mit auf ganz verschiedene Weise phantastischen Geschichten. Ich w&#252;rde das Buch gerne uneingeschr&#228;nkt empfehlen, weil es wirklich gut geschrieben ist, aber muss doch zugeben, dass mich einige der Geschichten etwas kalt gelassen haben. Wer gerne Anthologien liest, kann hier aber unbesorgt zugreifen.</p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rome Burning</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/rome-burning</link>
		<comments>http://johannes-ruthenberg.de/rome-burning#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 23:35:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/cover_burning_rome-83x128.jpg" alt="Taschenbuch-Cover" title="Taschenbuch-Cover" width="83" height="128" class="imgalignleft" />Rezension zu "Rome Burning" von Sophia McDougall, ca. 583 Seiten, Orion Books London, 2008

Drei Jahre nach den Ereignissen aus "Romanitas": Innenpolitisch ist Ruhe eingekehrt im R&#246;mischen Reich, daf&#252;r g&#228;rt es in den Beziehungen zu Nionia. Der Konflikt der beiden Gro&#223;m&#228;chte droht in offenen Krieg umzukippen und am Wall in Terranova (oder <em>Tokogane</em>, wie der Kontinent in Nionia hei&#223;t) kommt es immer wieder zu gef&#228;hrlichen Zwischenf&#228;llen. Ausgerechnet in dieser angespannten Lage erleidet Titus Novius Faustus Augustus einen Schlaganfall. Marcus wird zum Caesar ernannt und muss f&#252;r seinen Onkel die Regierungsgesch&#228;fte &#252;bernehmen, die Verhandlungen mit Nionia eingeschlossen. Seine Freunde Una und Sulien werden schon bald in eine gef&#228;hrliche Intrige gegen Marcus verwickelt: Als letzter der Verschw&#246;rer ist Drusus am Leben, und er hat den Kampf um den Thron von Rom noch nicht aufgegeben... [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/cover_burning_rome.jpg" alt="Burning Rome" title="Taschenbuch-Cover" width="200" height="308" class="imgalignleft" />Rezension zu &#8222;Rome Burning&#8220; von Sophia McDougall, ca. 583 Seiten, Orion Books London, 2008</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Drei Jahre nach den Ereignissen aus &#8222;Romanitas&#8220;: Innenpolitisch ist Ruhe eingekehrt im R&#246;mischen Reich, daf&#252;r g&#228;rt es in den Beziehungen zu Nionia. Der Konflikt der beiden Gro&#223;m&#228;chte droht in offenen Krieg umzukippen und am Wall in Terranova (oder <em>Tokogane</em>, wie der Kontinent in Nionia hei&#223;t) kommt es immer wieder zu gef&#228;hrlichen Zwischenf&#228;llen. Ausgerechnet in dieser angespannten Lage erleidet Titus Novius Faustus Augustus einen Schlaganfall. Marcus wird zum Caesar ernannt und muss f&#252;r seinen Onkel die Regierungsgesch&#228;fte &#252;bernehmen, die Verhandlungen mit Nionia eingeschlossen. Seine Freunde Una und Sulien werden schon bald in eine gef&#228;hrliche Intrige gegen Marcus verwickelt: Als letzter der Verschw&#246;rer ist Drusus am Leben, und er hat den Kampf um den Thron von Rom noch nicht aufgegeben&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>In <a href="http://johannes-ruthenberg.de/romanitas" >&#8222;Romanitas&#8220;</a> entwarf die Autorin das faszinierende, wenn auch hier und da etwas zu wenig detailreiche Bild eines modernen Roms, das seit zweieinhalb Jahrtausenden existiert und Zweidrittel der Welt beherrscht. Wichtiger noch als die Welt waren jedoch im ersten Band die Charaktere: Die ehemaligen Sklaven Una und Sulien, der Thronerbe Marcus Novius, sein Mentor Varius und andere kehren in diesem Band alle wieder.</p>
<p>Nachdem die grunds&#228;tzliche B&#252;hne des Romans mit dem Vorg&#228;ngerband etabliert ist, kann sich Sophia McDougall auf dieser Basis mehr auf die Geschichte konzentrieren. Die Charaktere stehen nach wie vor im Mittelpunkt, werden diesmal jedoch in einer etwas geradlinigeren Geschichte pr&#228;sentiert. Der Welt selber f&#252;gt sie viele Facetten hinzu und macht sie damit glaubw&#252;rdiger. So bekommen wir etwa Einblicke ins chinesische Reich, welches einen Puffer zwischen Rom und Nionia darstellt und als solcher die Friedensverhandlungen beherbergt. Au&#223;erdem dreht sich ein guter Teil des Romans um die politischen Intrigen in der r&#246;mischen Machtelite, die Verhandlungen mit Nionia sowie um die Beziehung von Marcus und Una.</p>
<p>Das Buch liest sich sehr spannend, fast noch mehr als Band eins, und vor allem: Es kann gegen Ende mit einer sehr sch&#246;nen Wendung aufwarten, die man nicht kommen sieht und die durchaus Sinn ergibt. Die Sprache der Autorin ist etwas komplizierter, sie baut gerne l&#228;ngere S&#228;tze mit vielen Nebens&#228;tzen, wor&#252;ber sich einige Rezensenten bei Amazon aufregen. Nachdem ich die Reviews dort gelesen habe, habe ich diesmal vermehrt auf die Sprache geachtet, fand sie aber trotz allem gut und fl&#252;ssig lesbar.</p>
<p>Kleiner Wermutstropfen am Ende: Das Ende scheint etwas stark auf den Anschluss an einen Band drei ausgelegt zu sein. Das Buch endet etwas merkw&#252;rdig mit ein paar Szenen, die nicht wirklich als Abschluss eines f&#252;r sich stehenden Romans taugen. Nat&#252;rlich kann man Ankn&#252;pfungspunkte bilden, aber ein eigenst&#228;ndigeres Ende w&#228;re sch&#246;n gewesen. Das beeintr&#228;chtigt den Gesamteindruck aber nicht wirklich.</p>
<p>Was mir ansonsten zu McDougalls Welt auff&#228;llt und was ein leicht unreales Gef&#252;hl erzeugt, wenn man dar&#252;ber nachdenkt: Die Autorin fokussiert sich sehr auf eine &#252;berschaubare Anzahl an Charakteren. Wie schon bei Band eins k&#246;nnte die Welt realer wirken, wenn nicht wichtige Komponenten komplett fehlen w&#252;rden. Die Unterschiede zu unserer Gegenwart kann man nat&#252;rlich aus der Tradition einer zweitausendj&#228;hrigen absoluten Monarchie erkl&#228;ren, aber die Autorin erkl&#228;rt in der Hinsicht eben nichts. Bei allen Machtspielchen wird z.B. meiner Erinnerung nach der Senat so gut wie nicht erw&#228;hnt, au&#223;er Salvius kommen keine nennenswerten Gener&#228;le vor, keine anderen hohen und m&#228;chtigen Beamten, und es gibt wohl nach wie vor keine Presse in Rom. Alle Charaktere bis auf sehr wenige scheinen sich dem Kaiser voll unterzuordnen, und das ist nicht das, an was ich mich aus dem Geschichtsunterricht erinnere. Wie gesagt, kann man alles erkl&#228;ren, aber es einfach aus der Geschichte kommentarlos auszublenden, irritiert mich ein wenig.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Wer &#8222;Romanitas&#8220; gelesen hat, sollte hier ruhig zugreifen. Die Geschichte wird &#252;berzeugend und spannend weiter erz&#228;hlt, mit ein paar sch&#246;nen Wendungen und sehr guten Charakterisierungen. Ohne die Vorkenntnisse des ersten Bandes fehlt aber vermutlich etwas die Einf&#252;hrung der Charaktere, denke ich, und die sind f&#252;r diesen Roman eben sehr wichtig.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://www.romanitas.com/" class="liexternal">Webseite zu den B&#252;chern</a><br />
<a href="http://johannes-ruthenberg.de/romanitas" >Rezension von Band 1: &#8222;Romanitas&#8220;</a></p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Altered Carbon</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/altered-carbon</link>
		<comments>http://johannes-ruthenberg.de/altered-carbon#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 19:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Morgan]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/02/cover_altered_carbon-79x128.jpg" alt="Cover 'Altered Carbon'" title="Cover 'Altered Carbon'" width="79" height="128" class="imgalignleft" />Rezension zu "Altered Carbon" von Richard Morgan, Gollancz London, 2002, ca. 534 Seiten, Ersterscheinung: 2002 (UK)

Im 26. Jahrhundert: Die Menschheit hat sich &#252;ber viele Planeten verteilt, mehr oder weniger freiwillig regiert von den Vereinten Nationen auf der Erde. Diese fragmentierte Menschheit wurde von einer bahnbrechenden Erfindung grundlegend ver&#228;ndert: Seit l&#228;ngerer Zeit l&#228;sst sich das Bewusstsein eines Menschen vom K&#246;rper trennen, speichern, &#252;bertragen und in einen beliebigen neuen K&#246;rper wieder einspielen. Diese Erfindung macht physische Reisen durchs All &#252;berfl&#252;ssig, genauso wie Gef&#228;ngnisse. Vor allem aber macht sie die Menschen potentiell unsterblich, denn jeder Mensch tr&#228;gt einen kortikalen Speicher im R&#252;ckenmark, der sein Bewusstsein abspeichert und reproduzierbar macht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/02/cover_altered_carbon.jpg" alt="Cover 'Altered Carbon'" title="Cover 'Altered Carbon'" width="200" height="321" class="imgalignleft" />Rezension zu &#8222;Altered Carbon&#8220; von Richard Morgan, Gollancz London, 2002, ca. 534 Seiten, Ersterscheinung: 2001 (UK)</p>
<p>Deutsche Ausgabe: &#8222;Das Unsterblichkeitsprogrammm&#8220;, Wilhelm Heyne Verlag, 2004, 606 Seiten</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Im 26. Jahrhundert: Die Menschheit hat sich &#252;ber viele Planeten verteilt, mehr oder weniger freiwillig regiert von den Vereinten Nationen auf der Erde. Diese fragmentierte Menschheit wurde von einer bahnbrechenden Erfindung grundlegend ver&#228;ndert: Seit l&#228;ngerer Zeit l&#228;sst sich das Bewusstsein eines Menschen vom K&#246;rper trennen, speichern, &#252;bertragen und in einen beliebigen neuen K&#246;rper wieder einspielen. Diese Erfindung macht physische Reisen durchs All &#252;berfl&#252;ssig, genauso wie Gef&#228;ngnisse. Vor allem aber macht sie die Menschen potentiell unsterblich, denn jeder Mensch tr&#228;gt einen kortikalen Speicher im R&#252;ckenmark, der sein Bewusstsein abspeichert und reproduzierbar macht.</p>
<p>Takeshi Kovacs diente einst im Envoy Corps der UN, einer gef&#252;rchteten Spezialeinheit. Doch seit seiner Entlassung hat er sich des &#246;fteren auf der falschen Seite des Gesetzes wiedergefunden, was mit seinem Tod und der anschlie&#223;enden Verurteilung auf seinem Heimatplaneten Harlan&#8217;s World endete. Nun erwacht er unerwarteterweise auf der Erde, in einem neuen K&#246;rper. Der einflussreiche Industrielle Laurens Bancroft hat seine vor&#252;bergehende Entlassung aus dem virtuellen Gef&#228;ngnis bewirkt, um ihm bei der Aufkl&#228;rung eines Mordfalles zu helfen. Der Tote: Bancroft selbst. Nach der Wiederherstellung des letzten Backups weigert sich Bancroft, die These der Polizei zu glauben, dass er Selbstmord begangen haben soll&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>Wow, was f&#252;r ein Buch! An der umfangreichen Inhaltsangabe sieht man schon, dass dies keine einfache Story ist und keine einfache Welt. Und ich muss sagen, h&#228;tte ich das Buch im Laden in die Finger bekommen, h&#228;tte ich es sicher nicht gekauft. Das Cover ist nichtssagend (wenn auch glitzernd) und statt einer Inhaltsangabe enth&#228;lt das Backcover nur Kritikerzitate. Aber monatelange und beharrliche Empfehlungen in der Cardiffer <a href="http://saucers-and-dragons.co.uk/" class="liexternal">Reading Group</a> haben mich dann doch bewogen, Richard Morgans Erstlingswerk zu lesen, und ich bin begeistert. Seit l&#228;ngerem habe ich nicht mehr einen Roman gelesen, der mit so viel K&#246;nnen geschrieben ist und dabei so spannend, unterhaltsam und ideenreich ist. </p>
<p>&#8222;Altered Carbon&#8220; ist die Einf&#252;hrung in eine neue Welt, in der mittlerweile zwei weitere B&#252;cher von Richard Morgan spielen. Die Welt, die der Autor entwirft, ist komplex und auf den ersten Blick verwirrend. Man muss das auf den ersten 20, 30 Seiten einfach ignorieren und weiterlesen, dann ergibt alles sehr schnell einen Sinn. Stilistisch ist der Roman eine Mischung aus einer klassischen Detektivgeschichte und einer SF-Dystopie. Der Autor meint zur Entstehung des Buches auf seiner Webseite:</p>
<blockquote><p>Fuelled by every crime noir novel I&#8216;d ever read, plus swabs of French and Japanese cinema, the work of William Gibson and M John Harrison, early Poul Anderson and Bob Shaw, and last but not least the colossal impact of Bladerunner, this was my take on future noir. Fast forward to middle of the new millennium, and down where it counts, nothing has changed, because neither have we. Enter Takeshi Kovacs.</p></blockquote>
<p>Morgan h&#228;lt sich im &#252;brigen nicht mit technischen Details auf. Wie der Bewusstseinstransfer oder die Cortical Stacks technisch und physikalisch funktionieren, interessiert im Rahmen des Romans nicht. Was das f&#252;r Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, schon viel eher. In dieser Hinsicht stecken ohne Ende spannende Ideen in dem Buch, und Morgan entwirft ein in sich stimmiges wenn auch gruseliges Bild einer zuk&#252;nftigen Gesellschaft. Ein Gef&#228;ngnisurteil ist hier z.B. gleichzusetzen mit dem Verlust des eigenen K&#246;rpers, es sei denn man kann die Miete f&#252;r die Lagerung bezahlen. Andernfalls findet man sich nach seiner Entlassung m&#246;glicherweise in einem K&#246;rper mit anderer Hautfarbe wieder und sieht seinen eigenen K&#246;rper im Fernsehen von Fremden aufgetragen. Wobei der Autor da auch nicht wirklich eine moralische Wertung in die Geschichte mischt, die muss sich der Leser selber &#252;berlegen.</p>
<p>Der Dreh- und Angelpunkt des Buches ist Takeshi Kovacs, aus dessen Ich-Perspektive das Buch erz&#228;hlt wird. Das ist insofern praktisch als Kovacs noch nie auf der Erde war. An viele Eigenheiten des &#228;ltesten von Menschen besiedelten Planeten werden wir also aus der Sicht eines Au&#223;enseiters herangef&#252;hrt (Katholiken etwa, die nicht an die M&#246;glichkeit des Transfers einer Seele glauben und denen deswegen der Weg zu anderen Planeten verschlossen ist). Andere Facetten dieser Welt lernen wir aus Kovacs Erinnerungen besser kennen, etwa das Envoy Corps. Das Corps und dessen Konditionierung machen aus Kovacs auch aus dieser Sicht einen Au&#223;enseiter. Was physische Verbesserungen betrifft, muss Kovacs nehmen, was sein jeweiliger K&#246;rper zu bieten hat. Psychisch wurde er auf Extreme getrimmt: Reflexe, Auffassungsgabe und Schmerzresistenz wurden gesteigert, jegliche Hemmungen gegen&#252;ber Gewaltanwendung wurden vom Corps wegkonditioniert.</p>
<p>Diese komplexe, d&#252;stere Science-Fiction-Welt stellt die B&#252;hne eines Detektiv-Plots dar. Die Geschichte ist durchaus klassisch und enth&#228;lt viele bekannte Zutaten: Der einzelg&#228;ngerische Detektiv, der tote Industrielle, seine junge Ehefrau, Aff&#228;ren, die unkooperative Polizistin, der korrupte Partner der Polizistin&#8230; Doch durch die einzigartige Welt, in der die Geschichte spielt, erhalten alle diese Teile eine ganz neue faszinierende Position im Puzzle. Das Mordopfer ist hier gleichzeitig der noch sehr lebendige Auftraggeber, die junge Ehefrau ist genauso viele Jahrhunderte alt wie ihr Mann und der beste Verb&#252;ndete Kovacs&#8216; ist die KI seines vollautomatisierten Hotels.</p>
<p>Morgans Schreibstil ist fl&#252;ssig und spannungsgeladen. Man mag das Buch nicht weglegen, weil man doch immer wissen m&#246;chte, wie es mit der Geschichte und den Charakteren weitergeht. Wenn man erst einmal in dieser Welt angekommen ist, &#252;berfordert der Autor auch nicht mit Details, fand ich, man muss sich nur durch die ersten 30 Seiten erstmal lesen. Alle par Seiten kommt zudem ein herrlicher, sarkastischer Humor in Redewendungen etc. durch, der zum gut lesbaren Schreibstil mit beitr&#228;gt. Inhaltlich hat die Geschichte viele d&#252;stere Facetten. Kovacs bekommt nichts geschenkt und so ergeht es auch seinen Gegnern. Sex, Gewalt, Folter &#8211; Richard Morgan ist nicht gerade zimperlich, ohne dass das ausarten w&#252;rde.</p>
<p>Wenn er sich mit Technobabble auch nicht aufh&#228;lt, so entwirft Morgan doch ein glaubw&#252;rdiges Bild einer technisierten zuk&#252;nftigen Welt. Cortical Stacks, Hovercars, virtuelle Realit&#228;ten und k&#252;nstliche Intelligenzen bilden einen integralen Bestandteil dieser Welt, und sie sind f&#252;r Kovacs so selbstverst&#228;ndlich wie f&#252;r uns ein Auto oder ein Computer, so dass einfach kein Grund f&#252;r tiefergehende Erkl&#228;rungen besteht.</p>
<p>Die Austauschbarkeit der K&#246;rper macht es durchaus schwierig, Takeshi Kovacs als Charakter zu fassen. Alle &#196;u&#223;erlichkeiten fallen schlicht weg, denn nach 130 Jahren objektiver Lebenszeit (davon wer wei&#223; wie viele Jahre in virtuellen Gef&#228;ngnissen) ist seine Jugend in seinem Originalk&#246;rper nur noch eine entfernte Erinnerung. Der Charakter definiert sich dann auch mehr &#252;ber seine Herkunft und seine F&#228;higkeiten, erst so nach und nach bekommt man ein besseres Gef&#252;hl, wer Takeshi Kovacs ist.</p>
<p>Am Anfang der Geschichte ist Kovacs noch recht unbeteiligt. Seine Erinnerungen kehren immer wieder zu den Kriegseins&#228;tzen zur&#252;ck, die er &#252;berlebt hat. Sein gegenw&#228;rtiger Auftrag bedeutet ihm nicht viel mehr als die Chance auf eine vorzeitige Entlassung mit einem guten Finanzpolster. Doch das R&#228;tsel um den Tod Bancrofts wird schon schnell pers&#246;nlich f&#252;r Kovacs, und schlie&#223;lich macht er sich daran, den Fall pers&#246;nlich machen. Die immer wieder eingestreuten Zitate der Revolution&#228;rin Quellcrist Falconer von Kovacs Heimatplanet fassen denn auch seinen Charakter mit am besten zusammen:</p>
<blockquote><p>
So if some idiot politician, some power player, tries to execute policies that harm you or those you care about, TAKE IT PERSONALLY. Get angry. [&#8230;] If you want justice, you will have to claw it from them. Make it PERSONAL. Do as much damage as you can. GET YOUR MESSAGE ACROSS. That way, you stand a better chance of being taken seriously next time. [&#8230;] And time and again they cream your liquidation, your displacement, your torture and brutal execution with the ultimate insult that it&#8217;s just business, it&#8217;s politics, it&#8217;s the way of the world, it&#8217;s a tough life and that IT&#8216;S NOTHING PERSONAL. Well, fuck them. Make it personal.</p></blockquote>
<p>&#8222;Altered Carbon&#8220; gewann 2003 den &#8222;Philip K. Dick Award&#8220; f&#252;r den besten Roman.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Spannend, innovativ, unterhaltsam und fesselnd geschrieben. Und fast das wichtigste: Der Roman bricht nicht wie so viele andere B&#252;cher nach Zweidritteln in sich zusammen. Richard Morgan kreiert eine glaubw&#252;rdige Welt, mit nachvollziehbaren Charakteren und einer soliden Story. Eine absolut gelungene Mischung aus Science-Fiction und einem d&#252;steren Detektivroman.</p>
<p>Standard-Disclaimer: Ich habe keine Ahnung, ob die deutsche &#220;bersetzung etwas taugt. Da Richard Morgans Sprache oder Schreibstil nicht wirklich spezielle Eigenheiten aufweisen, w&#252;rde ich aber annehmen, dass es zumindest m&#246;glich ist, das Buch ad&#228;quat zu &#252;bersetzen.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://www.richardkmorgan.com/" class="liexternal">Webseite des Autors</a></p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Romanitas</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/romanitas</link>
		<comments>http://johannes-ruthenberg.de/romanitas#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 00:12:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/cover_romanitas-83x128.jpg" alt="Cover 'Romanitas'" title="Cover des Orion-Books-Hardcovers" width="83" height="128" class="imgalignleft size-thumbnail" />Rezension zu "Romanitas" von Sophia McDougall, ca. 452 Seiten, Orion Books London, 2005

Seit Jahrtausenden hat sich das r&#246;mische Reich unaufhaltsam ausgedehnt, erstreckt sich nun vom Niger bis zum Ganges, von Gr&#246;nland bis Feuerland. Man schreibt das Jahr 2757 seit Gr&#252;ndung der Stadt, als in den gallischen Alpen Tertius Novius Faustus Leo, der Bruder des Kaisers, und seine Frau bei einem Autounfall sterben. Ihr Sohn, Marcus Novius Faustus, erf&#228;hrt schon bald, dass der Tod seiner Eltern mitnichten ein Unfall war. Ohne genau zu wissen, wer hinter dem Anschlag steckt, muss Marcus &#252;berst&#252;rzt die Stadt verlassen. In der Provinz Britannia hat derweil der junge Sklave Sulien durch die Trauerfeierlichkeiten einen kurzen Aufschub gewonnen. Ihm droht f&#252;r ein Verbrechen, das er nicht begangen hat, der Tod am Kreuz... [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/cover_romanitas.jpg" alt="Cover 'Romanitas'" title="Cover des Orion-Books-Hardcovers" width="200" height="307" class="imgalignleft" />Rezension zu &#8222;Romanitas&#8220; von Sophia McDougall, ca. 452 Seiten, Orion Books London, 2005</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Seit Jahrtausenden hat sich das r&#246;mische Reich unaufhaltsam ausgedehnt, erstreckt sich nun vom Niger bis zum Ganges, von Gr&#246;nland bis Feuerland. Man schreibt das Jahr 2757 seit Gr&#252;ndung der Stadt, als in den gallischen Alpen Tertius Novius Faustus Leo, der Bruder des Kaisers, und seine Frau bei einem Autounfall sterben. Ihr Sohn, Marcus Novius Faustus, erf&#228;hrt schon bald, dass der Tod seiner Eltern mitnichten ein Unfall war. Ohne genau zu wissen, wer hinter dem Anschlag steckt, muss Marcus &#252;berst&#252;rzt die Stadt verlassen. In der Provinz Britannia hat derweil der junge Sklave Sulien durch die Trauerfeierlichkeiten einen kurzen Aufschub gewonnen. Ihm droht f&#252;r ein Verbrechen, das er nicht begangen hat, der Tod am Kreuz&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>Es gibt B&#252;cher, die lese ich wegen des Autors oder wegen einer spannend klingenden Geschichte. Manchmal ist es aber auch einfach das Cover, das mich einf&#228;ngt. &#8222;Romanitas&#8220; ist so ein Fall. Auf dem Cover sieht man eine Reihe mechanische Kreuze, deren Opfer auf eine moderne Gro&#223;stadt hinabblicken. &#8222;This is the Roman Empire. Now.&#8220; Das macht neugierig auf diese Verquickung der modernen Welt mit einem jahrtausendealten r&#246;mischen Reich.</p>
<p>Das Buch war dann nicht ganz das, was ich erwartet hatte, wobei auf dem Backcover die Geschichte ja auch nur angedeutet wird. Die Autorin konzentriert sich sehr auf die Story und auf ihre Charaktere, und das gelingt ihr wirklich gut. Man m&#246;chte sehr schnell wissen, wie es mit Sulien, Una und Marcus weitergeht. Nebenbei erf&#228;hrt man viele Details &#252;ber das Reich und die kaiserliche Familie. Die Anekdote &#252;ber den Fluch, der auf der Novius-Familie lastet, fand ich dabei besonders interessant erz&#228;hlt, aber auch die Karte am Anfang des Buches ist faszinierend. Mit Ortsnamen hat sich Sophia McDougall insgesamt gro&#223;e M&#252;he gegeben, so wurde z.B. Amerika von seinem r&#246;mischen Entdecker &#8222;Terranova&#8220; getauft.</p>
<p>Etwa in der Mitte des Buches kommen die Charaktere nach l&#228;ngerer Flucht kurz zur Ruhe, und ab da fiel es mir dann schon so langsam auf, dass die Autorin sehr wenig &#252;ber die L&#252;cke zwischen der Handlungszeit (2757 AUC = 2004 n.Chr.) und dem Untergang des r&#246;mischen Reiches in der Realit&#228;t verr&#228;t. Eigentlich m&#252;sste sie das auch nicht unbedingt, es wirken nur viele Details exakt wie man sie aus den Geschichtsb&#252;chern kennt. Da h&#228;tte ich mir mehr Informationen gew&#252;nscht zur Ursache, wieso dieses Reich so lange bestehen blieb und sich gewisse Dinge dabei so wenig ver&#228;nderten. Wurde je der Kaiser gest&#252;rzt und eine Republik ausgerufen? Gab es eine Entsprechung unseres Mittelalters? Wieso wurde in 1500 Jahren die Sklaverei nicht abgeschafft? Oder die Kreuzigungen? Dem Laien fallen nicht mal nennenswerte &#196;nderungen des politischen Systems auf. Mit gr&#246;&#223;eren Unterbrechungen der Kaiserzeit h&#228;tte man all das sch&#246;n erkl&#228;ren k&#246;nnen, die Timeline am Ende des Buches macht es aber deutlich, dass sich die Autorin tats&#228;chlich eine  durchgehende Monarchie vorstellt. In dieser Timeline bekommt man durchaus einen sch&#246;nen Einblick in die Welt, gerade die letzten 50 Jahre vor der Handlungszeit werden aber v&#246;llig offen gelassen.</p>
<p>Man muss zudem eine Menge Details zusammentragen, um die Welt des Buches technologisch einzuordnen. Die Handlung spielt in unserem Jahr 2004, aber technisch w&#252;rde ich sie etwa 1960 ansiedeln. Es gibt z.B. Autos, Schusswaffen, Telefone, Fernseher und Helikopter, aber wohl keine Computer und keine Raumfahrt. Das mag durchaus plausibel sein, diese Welt hat sich halt anders entwickelt. Als Leser erwartet man aber unbewusst, das R&#246;mische Reich mit unserer tats&#228;chlichen Realit&#228;t vermischt zu finden (wie es das Cover sagt: &#8222;Now.&#8220;), und da irritiert dieser Unterschied doch irgendwie. Es fehlen mir einfach wichtige Facetten unserer Welt, die schlicht nicht erw&#228;hnt werden. Besonders im zweiten Teil kam es mir zunehmend komisch vor, dass sich die Charaktere z.B. nicht einfach an die Presse gewandt haben.</p>
<p>Aber das sind letztlich vor allem meine Erwartungen an einen &#8222;Alternate History&#8220;-Roman. Die Autorin hat dabei halt andere Akzente gesetzt, mehr Charaktere und Story, weniger World Building. Und wie erw&#228;hnt hat sie interessante Charaktere erschaffen, die einem schnell ans Herz wachsen. Es gibt &#252;brigens auch kleine Fantasyelemente in der Geschichte, aber das h&#228;lt sich sehr in Grenzen. Der Schreibstil ist fl&#252;ssig und packend, das Buch hat mich mehrmals bis fr&#252;h um f&#252;nf wach gehalten. <img src='http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8222;Romanitas&#8220; ist Sophia McDougalls erster Roman, sie hat mittlerweile zwei Fortsetzungen geschrieben. Auf Deutsch ist das Buch meines Wissens nach nicht erschienen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Eine sehr spannende Geschichte mit interessanten Charakteren. Die Alternativwelt, welche die Autorin aufbaut, k&#246;nnte detailreicher konstruiert sein, aber sie wei&#223; gr&#246;&#223;tenteils auch so zu &#252;berzeugen. Auf jeden Fall lesenswert.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://www.romanitas.com/" class="liexternal">Webseite zu den B&#252;chern</a><br />
<a href="http://johannes-ruthenberg.de/rome-burning" >Rezension von Band 2: &#8222;Rome Burning&#8220;</a></p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Star Trek TNG: Resistance</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/star-trek-tng-resistance</link>
		<comments>http://johannes-ruthenberg.de/star-trek-tng-resistance#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 21:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Star Trek]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/cover_star_trek_resistance-79x128.jpg" alt="Cover 'Star Trek Resistance'" width="79" height="128" class="imgalignleft" />Rezension zu "Star Trek TNG: Resistance" von J.M. Dillard, Pocket Books New York, 2007, ca. 306 Seiten

2379: Einige Wochen nach dem Shinzon-Zwischenfall ist die Enterprise-E endlich repariert und beginnt ihre n&#228;chste Mission. Doch die diplomatische Mission wird unterbrochen, als Captain Picard die Stimmen des Borg-Kollektivs h&#246;rt: Nachdem ihre Transwarp-Kan&#228;le zerst&#246;rt wurden, sind einige Borg im Alpha-Quadranten gestrandet und bauen dort einen neuen Kubus. Picard wei&#223;, dass er die Borg nur aufhalten kann, solange der Kubus nicht vollendet ist. Doch seine Crew ist noch nicht aufeinander eingespielt und Admiral Janeway befiehlt ihm, auf die Ankunft von Seven of Nine zu warten... [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/cover_star_trek_resistance.jpg" alt="Cover 'Star Trek Resistance'" width="200" height="323" class="imgalignleft" />Rezension zu &#8222;Star Trek TNG: Resistance&#8220; von J.M. Dillard, Pocket Books New York, 2007, ca. 306 Seiten</p>
<p>Deutsche Ausgabe: &#8222;Star Trek TNG: Widerstand&#8220;, Cross Cult Verlag, 2009, ca. 310 Seiten</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>2379: Einige Wochen nach dem Shinzon-Zwischenfall ist die Enterprise-E endlich repariert und beginnt ihre n&#228;chste Mission. Doch die diplomatische Mission wird unterbrochen, als Captain Picard die Stimmen des Borg-Kollektivs h&#246;rt: Nachdem ihre Transwarp-Kan&#228;le zerst&#246;rt wurden, sind einige Borg im Alpha-Quadranten gestrandet und bauen dort einen neuen Kubus. Picard wei&#223;, dass er die Borg nur aufhalten kann, solange der Kubus nicht vollendet ist. Doch seine Crew ist noch nicht aufeinander eingespielt und Admiral Janeway befiehlt ihm, auf die Ankunft von Seven of Nine zu warten&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>&#8222;Resistance&#8220; beginnt kurz nach <a href="http://johannes-ruthenberg.de/star-trek-tng-death-in-winter" >&#8222;Death in Winter&#8220;</a>, ohne auf dieses Buch allzu viel Bezug zu nehmen. In einem Detail kn&#252;pft &#8222;Resistance&#8220; allerdings recht nett an den Vorg&#228;ngerroman an, was bis vor kurzem bei den Star-Trek-Romane noch unm&#246;glich gewesen w&#228;re.</p>
<p>W&#228;hrend in &#8222;Death in Winter&#8220; die Enterprise noch im Dock lag und der Gro&#223;teil der Handlung nicht auf dem Schiff spielte, beginnt hier nun die schwierige Phase eine neue Crew aufzubauen. Data ist tot, Deanna Troi und Will Riker haben das Schiff verlassen. Das bietet die spannende M&#246;glichkeit, eine ganz neue Crew zu kreieren, auch im Hinblick auf die weiteren Romane. Zuerst gleich mal das Positive: &#8222;Nemesis&#8220; hatte diese Ver&#228;nderungen ja eher halbherzig eingel&#228;utet. Data ist dort zwar gestorben, aber er hat den Prototypen B4 samt einem kompletten Memory-Dump hinterlassen. Riker verl&#228;sst zwar das Schiff, aber in einer geschnittenen Szene sieht man einen neuen Ersten Offizier. Die Autorin greift beides nicht auf, was ich auch gut so finde. Die geschnittene Szene wird schlicht ignoriert, und es w&#252;rde auch keinen Sinn machen, Leuten wir Worf und Geordie einen neuen Ersten Offizier vorzusetzen, wenn diese seit Jahren nicht bef&#246;rdert wurden. Und B4 wird am Anfang des Buches relativ unzeremoniell zum Daystrom Institute geschickt, man h&#246;rt im Laufe der n&#228;chsten B&#252;cher wenig von ihm. Und auch das ist gut so, B4 ist kein ernstzunehmender Charakter.</p>
<p>Was wir stattdessen bekommen, sieht auf den ersten Blick interessant aus: Worf wird Erster Offizier, die Vulkanierin T&#8216;Lana kommt als Counselor an Bord, Sara Nave &#252;bernimmt das Steuer und Lieutenant Bataglia den Posten als Sicherheitschef. Die beiden letzteren sind recht sympathische Charaktere, w&#228;hrend T&#8216;Lana bei der Crew eher aneckt. Aber auch sie ist durchaus interessant geschildert.</p>
<p>Der Gedanke, dass nach der Zerst&#246;rung der Transwarp-Kan&#228;le im Voyager-Finale einige Borgschiffe auch im Alpha-Quadranten festsitzen, macht Sinn. Ok, sie bauen also einen neuen Kubus und basteln sich eine neue Queen. Aber schon bald ab dem Punkt der ersten Begegnung der Enterprise mit den Borg &#252;bertreibt es die Autorin dann doch: Picard verf&#228;llt auf einen halbwegs bescheuerten Plan der insbesondere aus psychologischer Hinsicht keinen Sinn macht, finde ich. Doctor Crusher zaubert Theorien zur Borgqueen aus dem Hut und macht mal eben zwischen T&#252;r und Angel revolution&#228;re medizinische und technische Erfindungen. Das geht leider weit ins Unglaubw&#252;rdige hinein.</p>
<p>Es gibt im &#252;brigen noch einen Subplot um Worf, der seine Bef&#246;rderung zum Ersten Offizier nicht annehmen will. Das ganze h&#228;ngt sich an der DS9-Episode &#8222;Change of Heart&#8220; auf, hat mich aber absolut nicht &#252;berzeugt. So sehr mich DS9-Bez&#252;ge ja freuen, diese spezielle Story kommt mir einfach zu sehr aus dem Nichts. Worf hatte nie &#228;hnliche Bedenken, als er das Kommando der Defiant inne hatte oder w&#228;hrend seiner Zeit als F&#246;derationsbotschafter. Warum also jetzt sowas? Das h&#228;tte echt nicht sein m&#252;ssen. (Ich korrigiere mich, falls das in der &#8222;A Time To&#8230;&#8220;-Reihe so schon eingef&#252;hrt wurde im Zusammenhang mit Worfs Wiedereintritt in die Sternenflotte. Die B&#252;cher muss ich aber noch lesen.)</p>
<p>Die Borg an sich einzusetzen, damit kann ich ansonsten durchaus leben. Sie sind ein wenig anders geschildert, aber wirklich nur ein wenig, und wir erfahren endlich etwas mehr &#252;ber die Queen, was auch mal Zeit war. Etwas wirklich Neues hat das Buch davon abgesehen allerdings nicht zu bieten.</p>
<p>Vom Schreibstil her ist &#8222;Resistance&#8220; gut und spannend geschrieben. Die Handlung leidet aber leider unter einer Vielzahl unglaubw&#252;rdiger Elemente. Zuf&#228;lle bzw. Sachen, die man der Autorin einfach ohne echte Erkl&#228;rung glauben soll. Was die Einf&#252;hrung einer neuen Crew betrifft: Der Versuch wirkt anfangs halbwegs gelungen, was sich gegen Ende des Buches aber leider nicht best&#228;tigt. Dass die Hauptcharaktere immer alles ohne einen Kratzer &#252;berleben, ist zwar normalerweise ein Manko der Serie. Aber wenn man gerade eine neue Crew vorstellen m&#246;chte, ist das durchaus mal n&#246;tig, oder?</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Spannend zu lesen, aber von der Handlung und der Funktion innerhalb des TNG-Relaunches her leider kein Highlight. Man kann &#8222;Resistance&#8220; relativ flott lesen, man muss aber nicht. F&#252;r das Verst&#228;ndnis von Peter Davids darauf aufbauendem &#8222;Before Dishonor&#8220; reicht eine 5-S&#228;tze-Zusammenfassung aus.</p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>The Holy Machine</title>
		<link>http://johannes-ruthenberg.de/the-holy-machine</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 18:37:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[SciFi]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/cover_the_holy_machine-80x128.jpg" alt="Cover 'The Holy Machine'" width="80" height="128" class="imgalignleft" />Rezension zu "The Holy Machine" von Chris Beckett, Cosmos Books New York, 2003, ca. 287 Seiten

Mitte des 21. Jahrhunderts: An der griechischen K&#252;ste wird Illyria gegr&#252;ndet, ein Zufluchtsort f&#252;r Verfolgte aus der ganzen Welt, Fl&#252;chtlinge vor einer Welle religi&#246;sen Fundamentalismus. W&#228;hrend sich die Religionen untereinander bekriegen, w&#228;chst Illyria zu einem wohlhabenden Staat, in dem nur Logik und Wissenschaft z&#228;hlen. In diese Welt wird George geboren. Er kennt die chaotische Welt au&#223;erhalb Illyrias nicht, doch die saubere Idylle Illyrias wird ihm zu eng. Sein Leben wird jedoch auf den Kopf gestellt, als er sich in Lucy verliebt. Leider ist Lucy ein Roboter... [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://johannes-ruthenberg.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/cover_the_holy_machine.jpg" alt="Cover 'The Holy Machine'" width="200" height="320" class="imgalignleft" />Rezension zu &#8222;The Holy Machine&#8220; von Chris Beckett, Cosmos Books New York, 2003, ca. 287 Seiten</p>
<h3>Inhalt</h3>
<p>Mitte des 21. Jahrhunderts: An der griechischen K&#252;ste wird Illyria gegr&#252;ndet, ein Zufluchtsort f&#252;r Verfolgte aus der ganzen Welt, Fl&#252;chtlinge vor einer Welle religi&#246;sen Fundamentalismus. W&#228;hrend sich die Religionen untereinander bekriegen, w&#228;chst Illyria zu einem wohlhabenden Staat, in dem nur Logik und Wissenschaft z&#228;hlen. In diese Welt wird George geboren. Er kennt die chaotische Welt au&#223;erhalb Illyrias nicht, doch die saubere Idylle Illyrias wird ihm zu eng. Sein Leben wird jedoch auf den Kopf gestellt, als er sich in Lucy verliebt. Leider ist Lucy ein Roboter&#8230;</p>
<h3>Bewertung</h3>
<p>&#8222;The Holy Machine&#8220; ist ein interessantes Buch. Es liest sich fl&#252;ssig und gr&#246;&#223;tenteils spannend, und es stecken unheimlich viele Ideen und Konzepte drin. Von der reinen Handlung her gef&#228;llt es mir gar nicht mal so gut, und ich bin mir auch nicht sicher, dass die Charakterisierung des Hauptcharakters George so wirklich stimmig ist. Trotzdem muss ich sagen gef&#228;llt mir das Buch. Chris Beckett hat einen interessanten Schreibstil. Das Buch ist aus der Ich-Perspoektive erz&#228;hlt, und das in immerhin 74 Kapiteln. Was nach einem &#252;blen W&#228;lzer klingt, ist nur moderate 287 Seiten lang. Und ich denke, das ist gut so: H&#228;tte der Autor die Geschichte auf 800 Seiten ausgewalzt, w&#228;re es vermutlich sehr schnell sehr langweilig geworden. So &#252;berrascht er statt dessen alle paar Seiten mit etwas Neuem, und die kurzen Kapitel machen es gerade gut lesbar. Es hat dadurch aber auch etwas von einer Kurzgeschichte an sich, von einer Aneinanderreihung von Momentaufnahmen. Viele der Szenen gehen nicht so in die Tiefe, sondern rei&#223;en Georges Erlebnisse nur an. Aber wie gesagt, das st&#246;rt eigentlich gar nicht.</p>
<p>Die Welt, die der Autor entwirft, ist spannend und realistisch. So realistisch, dass man als drittes Adjektiv wohl noch gruselig hinzuf&#252;gen muss. Es gibt ja B&#252;cher, bei denen man sich ganz entspannt zur&#252;cklehnen und in die Handlung eintauchen kann im Wissen, dass das Geschilderte sowas von weithergeholt ist. Hier dagegen beschleicht einen immer wieder das Gef&#252;hl, dass all das absolut m&#246;glich ist und so schon morgen passieren k&#246;nnte. Die Schilderung Illyrias nimmt denn auch am Anfang viel Raum ein.</p>
<p>Die Handlung dreht sich um George und Lucy sowie Georges Mutter Ruth. Der ehemalige Sozialarbeiter Beckett schildert vor allem mit Ruth einen interessanten Charakter. Ruth ist vom Trauma der Vertreibung so besch&#228;digt, dass sie ihre Zeit fast ausschlie&#223;lich in einer virtuelle Welt verbringt. Im Laufe ihrer Storyline muss sie herausfinden, ob sie dort endlich genug Sicherheit vor den Unw&#228;gbarkeiten des Lebens findet.</p>
<p>George ist als Charakter wie gesagt etwas schwer zu fassen. Er ist allerdings auch der Ich-Erz&#228;hler und muss uns die Handlung r&#252;berbringen, vielleicht macht es das auch etwas schwierig. In einem Punkt ist er aber sehr interessant geschildert: George ist nicht nur ohne Religion aufgewachsen sondern auch in einer Welt, in der auch sonst niemand religi&#246;s war. Im Laufe seiner Handlung erf&#228;hrt er mehr &#252;ber die Menschen au&#223;erhalb Illyrias, und seine Versuche, die verschiedenen Religionen zu begreifen sind sehr schn geschildert. Der Autor baut einige echte Br&#252;ller ein (&#8222;What happens if someone sins in heaven?&#8220; fragt George zum Beispiel jemanden), aber es ist auch spannend sich in die Perspektive von jemandem zu versetzen, f&#252;r den das tats&#228;chlich fremdartig ist.</p>
<p>Als dritter Charakter zeichnet sich Lucy eigentlich gerade durch einen Mangel an Charakter aus. Einige Kapitel sind aus ihrer Perspektive geschildert, und man bekommt als Leser quasi mit, wie sie langsam aus ihrem Programmcode ausbricht und sich ihrer selbst bewusst wird. Das ist sehr interessant geschrieben, nicht zu technisch, aber doch nachvollziehbar. Sie ist in gewisser Weise ein tragischer Charakter, denn trotz aller Entwicklung ist sie trotzdem nur eine Maschine. Was auch immer sie tut und was auch immer George in ihr sieht, ihr Verhalten basiert auf dem urspr&#252;nglichen Programm, und das wurde ihr f&#252;r ihre Funktion als Robot-Liebesdiener mitgegeben.</p>
<p>Die geschilderte Welt ist an diesem Buch interessanter als die eigentliche Handlung, welche aber auch nicht schlecht ist. So etwa ab der Mitte des Buches verliert sie allerdings etwas an Fokus, man wei&#223; als Leser nicht mehr so genau, was noch passieren soll, ob das alles noch einem roten Handlungsfaden folgt. Bei einem 800-Seiten-W&#228;lzer w&#228;re das t&#246;dlich, aber ein flott geschriebenes 280-Seiten-Buch besch&#228;digt es nicht zu sehr. Ebenfalls nicht dramatisch, aber bei einem professionell ver&#246;ffentlichten Buch eigentlich inakzeptabel ist die Zahl an Rechtschreibfehlern. Man hat das Gef&#252;hl, dass das Buch nur einmal kurz unter Zuhilfenahme einer Rechtschreibkorrektur durchgesehen wurde. Das l&#228;sst leider alle jene Fehler zur&#252;ck, die Word nicht rot unterstreicht, die ein guter Lektor (oder &#252;berhaupt irgendein Lektor) sofort sehen w&#252;rde. Das ist etwas Schade.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Eine spannende Zukunftsvision, verpackt in einen kurzen und kurzweilig zu lesenden Roman. Nicht ohne Schw&#228;chen, aber lesenswert.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://www.btinternet.com/~chris.bb/" class="liexternal">Webseite des Autors</a> </p>
                <p style="border-top: 1px solid #999999; padding-top: 1em;"><small>Soweit nicht anders angegeben: &copy; Johannes Ruthenberg. Lesen erwünscht, Zitieren erlaubt, Übernahme des kompletten Textes oder Einbinden des Feeds in andere Webseiten nicht gestattet! Für mehr Infos dazu siehe <a href="http://johannes-ruthenberg.de/infos">http://johannes-ruthenberg.de/infos</a>.</small></p>]]></content:encoded>
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